Vereinsheim Lorenzenhäusle im Grießdobel

 

Als wir Waldseematrosen 1967 das Lorenzenhäusle mit Unterstützung des damaligen Bürgermeister, Josef Heim Buchenbach pachteten, war es vom Verfall bedroht. Beim Abschluss des Pachtvertrages mit der Familie Waldvogel aus Breitnau, wurde die Zusicherung gegeben, dieses für den Schwarzwald so typische Gehöft zu erhalten und von Grund auf zu sanieren.

Das Gebäude wurde außen sowie innen saniert. Es wurden die Wohn- und Schlafräume ausgebaut, eine Heizung installiert, Toiletten eingebaut und im Interesse des Brandschutzes neue Kamine aufgemauert. Zudem wurden ein Wasserreservoir und eine Kläranlage gebaut. Das Bemerkenswerteste darin ist aber, dass wir Waldseematrosen diese Sanierung in Eigenleistung  ohne fremde  oder öffentliche Mittel geleistet haben.

Nach zweijähriger Bauzeit war im Juni 1969 Festliche Einweihung. Aus diesem Anlass fand ein Bergfest am Samstag mit Freunden und Gönnern der Zunft statt.

Unter ihnen  waren der damalige Oberbürgermeister der Stadt Freiburg
Dr. Eugen Keidel  der ehemalige Justizminister Dr. Rudolf Schieler, der selbst als Mitglied der Zunft  der Waldseematrosen angehört.

Im Mittelpunkt der Jubiläumsfestlichkeiten stand das Bergfest am Samstagabend . Voller Hochachtung sprach Freiburgs Oberbürgermeister Dr. Eugen Keidel  vom neuem Heim, dem Hüsli das er mit einer  „ Apotheke“ verglich, in der als wirksame  „ Medizin“ Ruhe und Entspannung vom hektischen Alltag offeriert wird.

Auch der damalige Justizminister Dr. Rudolf Schieler fühlte sich im „Lorenzenhäusle“  der Waldseematrosen sichtlich wohl. Er beglückwünschte die Zunft, mit dem damaligen Oberzunftvogt Rudolf Keller, sowie den geschäftsführenden Zunftvogt Werner Nageleisen zum neuen Heim der Waldseematrosen.

Am Sonntag, den 22.Juni 1969  empfing die Zunft, als weitere Gäste die Mitglieder der Breisgauer Narren-zunft, sowie viele Mitglieder der Freiburger Zünfte,  die im Rahmen eines Wandertages zum „ Lorenzenhäusle“  wanderten und bei  einem Schlachfest  mit Kesse-lfleisch, frohe Stunden erlebten. Zur Unterhaltung spielte die Trachtenkapelle aus dem nahen Breitnau.

Nach weiteren Sanierungsarbeiten, mit vielen Arbeitsstunden, wurde das Lorenzenhäusle vom Verfall gerettet. Mehrere Jahre lang haben die „Männer der ersten Stunde“ ihre Freizeit für diese Arbeit  verwendet.  Das Grünland um das  Lorenzenhäusle, haben die Waldseematrosen zu einer Jungviehweide ausgebaut, die jährlich von den angrenzenden Bauern in Anspruch  genommen  wird.  Das Lorenzenhäusle ist in der Zwischenzeit zu einem beliebten Treffpunkt für Vereine, Zünfte, Gruppen  und Wochenendtreffs der Waldseematrosen geworden.

Mit zu den Pionieren gehörten neben Werner Nageleisen, der noch heutige Hüttenwart  (seit 1967 ) Lothar Nageleisen, Rudolf Keller,  Hans und Rolf Weber , Hermann Schild, Gunter Wunderlich, Heinz Schulz, Franz Andris, Erwin Ludwig, Aloys Fuchs, Kurt Zeltner, Werner Leuthner, Kurt Wänger, sowie Zunftvogt Harald Schmid.

Seit 1981 wird einmal jährlich ein Bergfest  (Hüttenfest ) veranstaltet, wozu die Zunft der Waldseematrosen ihre Freunde und Bekannte anderer Zünfte, sowie die Anwohner von Buchenbach, Wagensteig und Breitnau zu einem Wandertag einlädt.

Die Waldseemtraosen machten mit Ihrem Lorenzenhäusle auch immer wieder Schlagzeilen „Tiere in Not“ hat eine Überschrift gelautet, wir hatten  ca. 60 Schafe auf den Weiden beim Lorenzenhäusle untergebracht, die in einem ausgehungerten Zustand waren. Eine weitere Überschrift in der Presse „Freunde für Menschen in sozialer Not“ , auf dem Lorenzenhäusle organisierten die Waldseematrosen für  den „Helferkreis werdende Mütter in Bedrängnis“ ein Hüttenfest. Die Kinder fanden bei den Spielen um die Hütte im Grießdobel viel Spaß.  

Ein weiterer Highlight  war 1987 „ Der Landesvater auf Waldwegen“ Lothar Späth erwies den Waldseematrosen im Lorenzenhäusle die Ehre. Mit einer buntgemischten Delegation, die ihn in Breitnau abgeholt hatte, machte er eine kleine Wanderung zum Lorenzenhäusle, wie er später bekannte, hat es viel Spaß gemacht, da er dazu nur selten Gelegenheit hat. Das die Krawatte eines Ministerpräsidenten im Schwarzwald unter zünftigen Wanderern in Kniebundhosen für unpassend gehalten wird, erlebte Lothar Späth recht schnell. Nur durch flinkes Abbinden derselben konnte er  diese für seinen nächsten Termin in Stuttgart retten. Den größten Teil seiner knapp bemessenen Zeit verbrachte Lothar Späth mit einem Rundgang durch die Hütte und das Gelände der Waldseematrosen, bei dem er allen anwesenden Gästen, die Hand schüttelte und mit allen ein kurzes Schwätzchen hielt. Lothar Späth der bereits nach einer guten Stunde wieder zurück nach Stuttgart zum nächsten Termin musste meinte Abschließend, dass ihm das Zusammensein in freundlicher Atmosphäre sehr gefallen habe.

Lothar Späth doch selbst erfreut, bemerkte für solche eine „vorbildliche Bürgeraktion“ zur Erhaltung eines Schwarzwaldhauses,  uns für eine Ehrung  vorzuschlagen.

 Im Januar 1988  konnte unser Oberzunftvogt Werner Nageleisen, eine Auszeichnung für kommunale Bürgeraktionen vom damaligen Ministerpräsident Lothar Späth in Stuttgart entgegennehmen.Die Zweitausendmark wurde zur weiteren Sanierung des Lorenzenhäusle verwendet.

Im Jahr des 100-jährigen Jubiläums, sind es 34 Jahre das wir das Lorenzenhäusle als Mittelpunkt der großen Waldseematrosen Familie haben. Es wäre eine Wunsch der Senioren und von mir selbst, das Geschaffene zu erhalten, weiter zu führen und möge nie menschliche Zwietracht  ein Werk zerstören, das auf solch beispielhafter Grundlage und mit großen Opfern aufgebaut wurde.

Erwin Ludwig 

50 Jahre aktives Mitglied der Waldseematrosen