100 Jahre Waldseematrosen Freiburg e.V.

 Mit Stolz und Freude darf die Zunft der Waldseematrosen im Jahr 2001 seinen Mitgliedern, Freunden und Gönnern das 100-jährige Jubiläum ankündigen. Zunächst gilt es, auf 100-jährige „Matrosentradition“ in der Oberwiehre einen Blick zu werfen.

Nach den vorliegenden Unterlagen muss das Jahr 1901 in der Freiburger Fansnetgeschichte einen gewaltigen Auftrieb gegeben haben. Was lag also näher, dass sich der „MGV Nägelesee“ ein renommierter Wiehremer  Gesangverein sich dieses Themas bemächtigte, als die Große Freiburger Karnevalsgesellschaft die Vereine bat sich 1901 am großen Rosenmontagsumzug zu beteiligen. Man plante und beriet in zahlreichen Sitzungen, bis man sich entschied einen Umzugswagen zu gestalten, der sich  mit dem Thema „Wallfischfang im Nägelesee“ befaste.

Mit zwei großen Wagen war die Wiehre beim Rosenmontagsumzug vertreten, der MGV Nägelesee mit dem Wagen „Wallfischfang im Nägelesee“ und der Lokalverein mit dem Wagen Schifffahrt auf dem  „Dreisam-Rheinkanal“.  Auf beiden Wagen saßen Matrosen in einem Häs, das der heutigen Zunft der Waldseematrosen ähnlich war.
Wenn man weiß, dass die damaligen Vereinsleitungen viel  Idealismus für die Fasnetsache aufbrachten, so war auch den damaligen Bemühungen ein großer Erfolg beschieden.
Der Umzug 1901 lief ab, viele tausend Besucher aus Freiburg, dem Umland und dem Elsaß kamen und waren begeistert.
Im Saalbau Wiehre feierten die Teilnehmer ihre Taten. Die Matrosen waren geboren, auch in den darauffolgenden Jahren können Beteiligungen immer wieder nachgewissen werden. Die dargestellten Motive wechselten, wie auch die Narrenkostüme, doch wurde der „seemännische Ton“ stets beibehalten. Auch bezüglich der Veranstaltungen war man innerhalb vom Verein rege tätig. Glanzvolle Fasnetsabende wurden geboten. Man sah sehr schöne  Dekorationen und eine Aufmachung auf die man heute neidisch sein könnte. Ort der Fasnetveranstaltungen war damals für die „ Narren“ der Wiehre der Saalbau-Wiehre, die Gambrinushalle in der Schwarzwalstraße und der „Schützen“.
Es soll daher an dieser Stelle all den Vorgängern und Wegbereitern der heutigen Fasnet ein Dankeswort gewidmet sein. Ihr Tun und Wirken war Vorbild für die heutige Zukunft der Waldseematrosen, die das Werk fortsetzen wollen, das die Väter zur Freude und zum Vergnügen der Freiburger Bevölkerung, insbesondere der Anwohner der Wiehre begonnen haben.
Der erste Weltkrieg kam und ging vorbei, Inflationsjahre und Not herrschten lange.

Inzwischen wurde in Freiburg 1934 die Breisgauer Narrenzunft gegründet. Sie machte es sich zur Aufgabe, in Freiburg eine Fasnet aufzuziehen, die sich würdig an die Seite von anderen „Narrenstädten“ stellen konnte. Es war ein schwerer Anfang zumal  man Zünfte mit Brauchtum und Tradition schaffen wollte, die eine Fortbestehen der Freiburger Fasnet  gewährleisten sollten. Wenn dem Beginn der Breisgauer Narrenzunft heute ein voller Erfolg beschieden ist, so darf dies Werk der bereits bestandenen örtlichen Fasnetsgruppen und des Oberzunftmeisters Willi Jäger noch anerkennen, der sich dazu berufen fühlte, diese Aufbauarbeit zu leisten. Nach und  nach wurden neue Zünfte gegründet, angefangen bei den Herdermer Lalli, Flecklehäs, Blaue Narren und viele andere. Es blieb nicht aus, dass man sich in den Kreisen der BNZ auch auf die Tradition der Oberwiehremer Vereine besann und sie zur Mitarbeit gewinnen wollte. So kam es, dass der Oberzunftmeister der BNZ vor der Türe eines Sängers des MGV Nägelesee stand, des von Anbeginn an aktiv tätigen Matrosen Rudolf Keller, der zu jener Zeit als Vergüngswart für Veranstaltungen im Verein verantwortlich war. Aus den Darlegungen des Oberzunftmeisters war der Sinn und die Bitte zu entnehmen, im MGV Nägelesee eine Zunft zu gründen, die als ortsgebundener Verein  jene Begebenheiten fastnächtlich ausschlachten sollte, die der alte Herr Wangler als Bootsaufrufer am Waldsee erlebt hatte. In diesem Zusammenhang - es war im Dezember 1935 - wurde zunächst der Begriff  „Zunft  der Waldseematrosen“ aus der Taufe gehoben.
Mit weiteren Anregungen von Herrn Konditormeister Danz aus der BNZ war es nun Rudolf Keller überlassen, die Wünsche und Anregungen in den Reihen der Sänger des MGV Nägelesee zu tragen. Es war leichter gesagt als getan. Langsam und zögernd fasste die Idee bei den Jungsängern Fuß und es bedurfte mancherlei Überredungskünste,  bis sich einige Sänger bereit erklärten mitzumachen . Nach dem feststand, dass wir uns als Zunft der Waldseematrosen auf den Rückhalt der BNZ und des MGV Nägelesee verlassen konnten, wurde die Aufbauarbeit in Angriff genommen. Es mögen zehn Sänger gewesen sein, die sich zur Mitarbeit entschlossen und bereit waren, ein Häs anzuschaffen, für den Umzug einen Wagen zu bauen, hinauf zusteigen und als Narr durch die Straßen zu fahren. Es war noch mehr . Ein Zunftabend musste vorbereitet werden als offizieller Gründungsabend, bei dem man die Zunft mit Glanz und Gloria aus der Taufe hob und der Öffentlichkeit vorstellte.
Viel Idealismus musste aufgebracht werden, abgesehen von finanziellen Opfern, um alle organisatorischen Arbeiten zur Durchführung eines Unterhaltungsabends zu erledigen.
Bis zum letzten Platz war der Saal zur ersten Veranstaltung der Zunft  im  Maria-Hilf-Saal gefüllt, als Willi Jäger mit einigen Elferräten, je einer Gruppe der Herdermer Lalli, Bächleputzer, Kindsköpf und anderen Einzug im Saal hielten. Den Schluss bildete die neu gebackene Zunft der Waldseematrosen.
Mit der Aufnahme der Waldseematrosen in die BNZ und der Ernennung des 1.Zunftvogtes und Kapitäns Rudolf Keller  war der Auftakt zu einem Unterhaltungsabend, wie man ihn sich gewünscht hatte gegeben, untermauert mit humoristischem Programm, das reichen Beifall fand.
Es wäre eine Sünde, hier weiterzufahren, ohne all den Mitarbeitern und Mitgliedern den allerherzlichsten Dank auszusprechen, denn ohne sie wäre die Gründung nicht möglich gewesen.
Jahr um Jahr sah man die Waldseematrosen im Umzug als närrische Gruppe. An den Fasnachtstagen traten sie mit den beliebten Matrosenbälle in die Öffentlichkeit. Heitere Stunden des Frohsinns und der Gemütlichkeit verbrachte die Zunft bei einem Oberrheinischen Narrentag 1938 in Lörrach. Für urwüchsigen  Humor - meist „selbstgebraut“ - sorgten die Zunfthumoristen Franz Burkhart, Josef Schacher und Rudolf Keller.
Jahr um Jahr wuchs die Mitgliederzahl der Matrosen, was sich auch zu Gunsten des MGV Nägelesee auswirkte, denn zu jener Zeit mussten Waldseematrosen auch Mitglied im MGV Nägelesee sein.
Einen jähen Abbruch brachte dann der Krieg mit sich, Matrosenhäs d.h.Blusen und Hosen, wurden der Not gehorchend zu Kinderblusen und Bubenhosen verarbeitet. Lange Jahre ohne Fasnet waren auch die Folge der Nachkriegszeit.
Mit dem „Kopfgeld“ der Währungsreform erwachten dann die Narren wieder aus dem jahrelangem „Schlaf“ und überall in allen Nestern zeigte sich wieder Leben. Die Waldseematrosen die fast ausschließlich alle an den Fronten dienten, hatten aber noch die „Nasse voll“. Jeder scheute sich vor dem nochmaligen Beginnen, denn es musste ganz von vorn angefangen werden.

Nach einmal trat Rudolf Keller in die Bresche, um die Zunft auf die Beine zu stellen. Dieses mal allerdings mit vielen neuen Gesichtern. Um die Arbeit auf verschiedene Schultern zu verteilen, berief man einen Zunftrat und stellte einen neuen Zunftvogt, Otto Buhry an  die Spitze. Bald war man im alten „ Fahrwasser“ und hatte die Segel richtig gesetzt.Ein Jahr später musste Otto Bury aus Berufsgründen sein Amt zur Verfügung stellen und Fritz Seebacher übernahm die Waldseematrosen.
Das reinorganisatorische Verhältnis, das bis dahin von allen Seiten der „ Zunft der Waldseematrosen“ als Fasnetsgruppe  des  MGV Nägelesee einerseits und als Mitglied  der Dachorganisation der Breisgauer Narrenzunft anderseits  bestand, wurde 1954 auf eine neue Grundlage gestellt.
Mit frischem Wind in den Segeln nahmen „ Schiff und Besatzung“ den Kurs zur Freibuger Fasnet auf, den die Waldseematrosen seit 1901 gesteuert haben .
Fritz Seebacher verließ nach einigen Jahren das Schiff und die Besatzung, Kurt Hofacker wurde neuer Kapitän. Er steuerte das Schiff und die Besatzung erfolgreich, durch die närrischen Wellen.

Da es nicht immer leicht ist, ein Schiff auf dem richtigen Kurs zu halten  -gefährliche Klippen zeigen sich überall  -  gab es im Jahre 1959 erneut einen Kommandowechsel und das Gründungsmitglied und Zunfthumorist Franz Burkhard nahm das Steuer in die Hand.

Das bisher schon hohe Ansehen in der Öffentlichkeit wurde weiter gefestigt und außer den Veranstaltungen an der Fasnet den traditionellen Sommernachtsfesten am Waldsee, wagte sich die Zunft an zwei Tanzveranstaltungen in der Stadthalle ran.  Nur der Eingeweihte weiß  welches Risiko, welche Unkosten und Umstände mit einer solchen Großveranstaltung verbunden sind.
Doch die Waldseematrosen haben es geschafft und sich bei der gediegenen Freiburger Tanzjugend einen Namen geschaffen, den sie auch in Zukunft voll und ganz zuwürdigen wissen.

Die Hauptversammlung im Jahre 1962 bracht wieder eine Veränderung in der Zunftleitung. Mit großer Mehrheit  wurde der junge zielstrebige Werner Nagelseisen zum Zunftvogt gewählt. Eine „frische Brise“  tut auch der närrischen Seefahrt gut. Energisch übernahm er das Ruder des Vereinsschiffes. Bei den Rosenmontagsumzügen der Breisgauer Narrenzunft  war die Zunft der Waldseematrosen immer unter den Preisträgern, die Veranstaltungen während der Fasnetszeit und die Sommernachtsfeste am Waldsee sind zu einem festen Begriff geworden.

Als Belohnung für die Zunftmitglieder für die während eines Jahres geleistete Arbeit, findet seit Ende der fünfziger Jahre alljährlich ein Pfingstausflug statt . Viele schöne Ziele - meist liegen sie in den Bergen- wurden schon angesteuert. Fröhliche Stunden gewürzt mit alemannischem Humor, sind dabei nie zu kurz gekommen.

Ja  die Sehnsucht nach den Bergen  die uns so nahe sind, ist in allen Waldseematrosen wach . So war es auch der Wunsch aller, irgendwo eine Hütte oder ein verlassenes Bauernhaus zu suchen, wohin man aus dem hektischen Betrieb des Alltags in der Stadt entfliehen kann.

Gesagt - getan und schon hatte man ein Objekt entdeckt in der Gestalt eines Leibgedinghauses im Grießdobel  bei Buchenbach - Wagensteig.
Aber oh Graus, wie sah das Ding aus, das früher einmal ein Bauernhaus war; keines der Räume bewohnbar.Tapeten hingen von denn morschen Wänden, eine Küche - zentimeterdick hing der Ruß an den Wänden, Löcher im Fußboden, ein leerer Heustock, ein verlassener Stall und vor dem Haus ein riesiger Misthaufen. Aber ein Lichtschimmer ein ganzes und ziemlich noch gutes Dach war vorhanden.
Die große Frage, können diese Räume zu einem gemütlichen Zunftheim ausgebaut werden. Und es  wurde  ausgebaut. Mit unendlich viel Mühe und Arbeit haben wir  Matrosen ganze Arbeit geleistet. An den Wochenenden wurde geschuftet, Material beigeschafft. Fast zwei Jahre lang ging es bis das Werk fast vollendet war.

Drei Zimmer b.z.w. Kammern mit 18 Betten, eine Küche mit allem Komfort ist an die Stelle getreten, was zuvor eine Räucherkammer war.  Ein Aufenthaltsraum mit Stühlen und Tischen für ca. 40 Personen laden heute zu einem erholsamen Wochenende ein.
Die Einweihung im Jahr 1969, wurde mit viel Prominez und großem Erfolg gefeiert. Selbst der damalige Oberbürgermeister Dr.Eugen Keidel, der franz. General mit Stab, die Breisgauer Narrenzunft haben ihre Anwesenheit im Gästebuch verewigt. Weit über 100 Freunde und Gönner meldeten sich als Gratulanten und verspeisten dabei fast zwei Schweine, die beim Hüttenschlachtfest dran glauben mussten. 

So reihten sich dann, auch die jährlichen Hüttenfeste, in das Programm der Waldseematrosen ein, um den Freiburger Narren und Gästen aus nah und fern, ein zünftiges Bergfest zu bieten.
Im Zuge der Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich der 850 - Jahr - Feier der Stadt Freiburg,  hat sich die Zunft der Waldseematrosen erneut eine große Aufgabe gestellt. Dank dem Unternehmungsgeist des Zunftvogtes Werner Nageleisen im Benehmen mit dem Bürgerverein Oberwiehre, reiht sich die Wiehre in die Schar der Gratulanten, mit einem  großen Volksfest auf dem Messplatz ein. 

Zum  80 - jährigen Jubiläum  wurde dann das Matrosenschiff „ Minerva „ gebaut, das heute noch jährlich am Rosenmontagsumzug durch die Straßen der Stadt von den Ganter Pferden gezogen wird.

Auch verstand man es immer wieder, große Veranstaltungen wie das 80 - jährige Fest in der Freibuger Stadthalle zu feiern, mit einem Besuch aus Falera kam zum ersten mal auch eine Guggenmusik  aus Graubünden nach Freiburg,  mit denen wir bis heute durch gegenseitige Besuche, Patnerschaftliche Beziehungen aufrecht  erhalten.  

Nach fast 20 Jahren ist Werner Nageleisen zum Oberzunftmeister der BNZ gewählt worden. Somit stand wieder ein Kommandowechsel an der Spitze des Vorstandes an, mit großer Mehrheit wurde Harald Schmid zum neuen Zunftvogt gewählt .

 1981-2001

Nachdem Werner Nageleisen das Zepter in der B.N.Z. übernommen hatte, wurde Harald Schmid, bis dahin Zunftschatzmeister, zum Zunftvogt gewählt. Unterstützt wurde die junge Mannschaft von älteren Vorstandsmitglieder die freiwillig ins 2.Glied rückten, aber immer noch ihr Wissen und ihre Erfahrung bis heute einbrachten und einbringen.

Zunächst fuhr das Schiff der Waldseematrosen den gleichen Kurs. Die Veranstaltungen waren weiterhin erfolgreich und wurden von der Bevölkerung angenommen. Doch schon im Jahre 1984 wollte man zurück zu den Ursprüngen. Man entschloss sich die Fasnetausgrabungen und   nicht mehr im Kreise der Zunftgemeinschaft mit anderen Zünften zu feiern. Erstmalig an der Fasnet 1985 wurde diese Veranstaltungen im kleinen Kreise gefeiert und man kehrte zurück in das ehemalige Zunftlokal Glümerhöhe in der Nägeleseestraße .

Auftritte in kleinerem Kreise und phantasievolle Beerdigungsrituale brachten die humorvolle Seite der Waldseematrosen wieder mehr hervor. Unter anderem scheute man sich nicht,  die Fasnet mit einem Beerdigungsmarsch um Mitternacht von der Glümerhöhe bis zum Deicheleweiher bei Glatteis und deftigen Minusgraden durchzuführen, um dort eine stillvolle Seebestattung der Fasnet vorzunehmen.

Wenige Jahre später wechselte man in das neue Zunftlokal Schwarzwaldblick in der Schwarzwaldstraße, wo man bis heute ausgiebig die Fasnet mit mehreren Veranstaltungen feiert.

Mitte der achtziger Jahre musste man leider erkennen, dass der über viele Jahre gut besuchte und erfolgreiche „Hanniball“ in der Stadthalle vom Publikum nicht mehr angenommen wurde, So entschloss man sich, diese in Freiburg bekannte Veranstaltung aufzugeben. Was tun ?

Zunftvogt Harald Schmid nahm eine Idee des Oberzunftvogtes W.Nageleisen auf, im Maria-Hilf Saal einen zusätzlichen zweiten Abend, nach dem über Jahrzehnte bis heute erfolgreichen „Großen Matrosenball“, zu veranstalten. Fasnet wollte man machen. Mit dem allseits beliebten und sehr aufgeschlossenen damaligen Pfarrer von Maria-Hilf, Eduard Schmidt, wurde die Bürgerfasnet aus der Taufe gehoben.

Erstmalig 1989 wurde am Wochenende vor der eigentlichen Fasnet die 1.Bürgerfasnet Oberwiehre/Waldsee veranstaltet. Gemeinsam mit der
Pfarrei Maria-Hilf und mit Unterstützung verschiedener Akteure aus den Kappensitzungen der B.N.Z. wurde ein Programm auf die Füße gestellt.

Gekonnte Auftritte bzw. Büttenreden auch von unserem Maria-Hilf-Pfarrer
Edurad Schmidt, erfreuten das Publikum aus dem Stadtteil.

So wird im Jubiläumsjahr 2001 die 12.Bürgerfasnet als Geburtstagsfeier der Waldssmatrosen zum 100.Geburtstag  über die Bühne gehen.

Als fester Bestandteil dieser Veranstaltung manifestieren sich Zunftvogt
Harald Schmitt und Kurt Zeltner als die „Zwei Stroßefeger“ die mit ihrem
deftigen Humor alle Jahre die Lacher auf ihrer Seite haben. Spätestens in der Adventszeit geht es los, wo gibt es Karten für den „Großen Matrosenball“, für die Bügerfasnet ? Leider können wir nicht immer alle Kartenwünsche erfüllen, denn seit 30 Jahren ist der „Große Matrosenball“ ausverkauft. Wer kann dies heute in der Freiburger Fasnet von sich behaupten?

Aber auch während des Jahres stehen die Waldseematrosen immer wieder auf diversen Veranstaltungskalendern.

Der „Tanz in den Mai“ im Maria-Hilf-Saal oder seit 2 Jahren die Teilnahme am Dreisamhock des Bürgervereins Oberwiehre/Waldsee, im Ganter-Biergarten, sind wichtige Termine im Kalender eines Waldseematrosen.

Ganz oben allerdings auf unserer Veranstaltungsliste steht natürlich unser „Hüttenfest“auf dem Lorenzenhäusle. Immer am letzten Wochenende vor den großen Schulferien feiern wir dieses Fest in unserem Zunfthaus .Diese Kleinod im Griesdobel bei Buchenbach wird dann von vielen Freunden der Waldseematosen besucht, um dort bei Musik und guter Stimmung die von unserem Zunfthausverwalter Lothar Nageleisen gekochten Speisen, besonders zu erwähnen unser Kesselfleisch, sich schmecken zu lassen, Viele unserer Gäste nehmen dann zum Abschluss ihres Wandertages noch ein Gläschen Sekt in der Scheune, um dann wieder den Weg ins Tal anzutreten. Diese Bauernhaus welches in  von Arbeitsstunden wieder errichtet wurde ,erlebte seinen Höhepunkt im Jahre 1987.

Im Rahmen der Aktion des Landes Baden-Württemberg „VORBILDLICHE KOMMUNALE BÜRGERAKTION“ wurde die Zunft der Waldseematrosen ausgezeichnet. Als einer der Hauptpreisträger wurde uns in einer würdevollen Feier die Urkunde mit Medaille und ein Betrag von DM 5000.-- überreicht. Diesen Geldbetrag wurde zweckgebunden auch wieder  in unser Lorenzenhäusle investiert. Die Erhaltung, bzw. man kann schon sagen der Wiederaufbau ,diese schönen Bauernhauses, war die Herzensangelegenheit unseres Oberzungtvogtes Werner Nageleisen und seiner damaligen Aktivenschar.

Zur Krönung dieser Auszeichnung gehörte auch der Besuch des damaligen Landesvater Lothar Späth zum Hüttenfest 1988. Viele Hunderte von Besuchern begrüßten den Ministerpräsidenten auf dem Lorenzenhäusle mit dem Badnerlied.

Regelmäßig führt uns der Pfingstausflug auch immer wieder nach Falera in Graubünden zu unseren Schweizer Freunden den „Grischa Guggers“.
Diese seit über 20 Jahren dauernde Freundschaft zur dortigen Guggenmusik ist ein wohlgepflegtes Anliegen unserer Zunft. Diese kleine Dorf oberhalb von Laax wird oft von unseren Skifahrern im Winter angefahren.

Der gemütliche Jahresausklang im Zunftlokal Schwarzwaldblick beendet dann regelmäßig das Vereinsjahr, bevor es wieder heißt „S´got  degege“.

So liebe Leser das waren 100 Jahre Waldseematrosen. Lassen Sie mich als Zunftvogt allen danken die es durch Freude, Fleiß und viel Einsatz ermöglicht
haben, diesen großartigen Geburtstag feiern zu können.

Mein persönlicher Dank gilt allen Aktiven, die immer den Waldseematrosen, auch in schwierigen Zeiten, die Treue gehalten haben und jederzeit bereit waren, das evtl. aus dem Ruder laufende Schiff aufzufangen. Allen passiven Mitgliedern, die mit ihrer Unterstützung, nicht nur in finanzieller Form, das Schiff der Matrosen seetüchtig hielten und manchen Sturm mitmachten. Aber auch und speziell allen (alten)Waldseematrosen ,die teilweise über 50 Jahre Aktivität hinter sich haben und immer noch die Waldseematrosen und damit auch die Freiburger Fasnet aktiv unterstützen. Ohne deren unermüdlichen Einsatz für die Zunft und für unser Lorenzenhäusle wären die Waldseematrosen nicht das, was sie heute sind.

Meinen Kollegen vom Vorstand, die mich seit jetzt bald zwanzig Jahren begleiten und viel Einsatz und persönliches Engagement in den letzten Monaten zum Gelingen unseres Geburtstages aufbringen mussten, meinen herzlichen Dank.
Verschweigen möchte ich allerdings auch nicht, dass es heute immer schwieriger wird junge Menschen und Familien für unsere Fasnet zu begeistern. Sicherlich ist es eine Zeiterscheinung, dass ein Überangebot an Freizeitaktivitäten es allen Vereinen sehr schwer macht Aktive zu finden, die bereit sind ihre Freizeit für eine Aktive Vereinsarbeit zu opfern. Ich möchte auch hier an dieser Stelle all diejenigen ansprechen die vielleicht schon das eine oder andere mal Lust verspürten Fasnet aktiv zu betreiben, kommt einmal unverbindlich zu uns. Schaut euch unser Vereinsleben an, feiert mit uns und seht welches Vergnügen es machen kann. Fasnet in Freiburg und bei den Waldseematrosen zu feiern. Es ist ein ganz besonderes Gefühl, wenn man in einer Gemeinschaft etwas schaffen und feiern kann. In diesem Sinne grüßen wir alle Freunde und Leser mit einem dreifachen

Ahoi,Ahoi,Ahoi

                             

1901-1981       

            Erwin Ludwig,50 Jahre aktives Mitglied der Waldseematrosen

1981 -2001

          Harald Schmid, Oberzunftvogt